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Soziale Netzwerke und ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt

Der deutsche Arbeitsmarkt ist ein Pfuhl der Kuriositäten. In den vergangenen 15 Jahren waren im jeweiligen Jahresschnitt zwischen 2,6 und 4,86 Mio. Menschen in Deutschland arbeitslos. Dabei schwankten die monatlichen Arbeitslosenquoten zwischen 7 % und sagenhaften 14 %.

Und dennoch beklagt die deutsche Wirtschaft seit Jahren einen massiven Mangel an Fachkräften.

Doch damit nicht genug: Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit, die alle dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden, und dennoch arbeitslosen jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren umfasst, betrug im Jahr 2014 stolze 7,7 %.

Trotzdem blieben im selben Jahr (wieder einmal) abertausende Ausbildungsstellen unbesetzt.

Noch beunruhigender wird die Situation, wenn man bedenkt, dass die Statistik nicht im Ansatz alle erwerbslosen Menschen erfasst. Arbeitslose, die vom Arbeitsamt in Weiterbildungsmaßnahmen ‚verschoben‘ werden, erscheinen gar nicht erst in der Statistik. Wieder einmal bewahrheitet sich der Satz: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!

Das alles führt den normalen Menschenverstand gründlich ad absurdum. Woran liegt es aber, dass derartig paradoxe Diskrepanzen zwischen Arbeitslosenzahlen und unbesetzten Stellen entstehen?

Nun, es gibt viele Ansätze, die wir hier natürlich nicht alle analysieren wollen. Experten sind sich aber einig, dass ein zentrales Problem darin besteht, dass Arbeitgeber und Arbeitssuchende sich überhaupt nicht finden. Das Arbeitsamt ist mit der Vermittlung weitgehend überfordert und private Arbeitsvermittler sind für den durchschnittlichen Arbeitslosen schlichtweg zu teuer.

Eine Alternative sind Online-Plattformen, die Stellenanzeigen und Bewerberprofile veröffentlichen. Doch auch hier zeigt sich immer wieder, dass zu unübersichtliche Benutzeroberflächen mit zu starren Suchfiltern einer erfolgreichen Begegnung von Arbeitssuchenden und Arbeitgebern im Wege stehen.

„Was also tun?“, sprach Zeus und ersann sogleich eine List. Wenn die Menschen schon keine schwer verständlichen Onlineformulare ausfüllen wollen, um Bewerberprofile zu erstellen, warum sollten wir dann nicht die Daten nutzen, die die Menschen freiwillig in großer Menge ins Netz stellen? Nutzen wir doch einfach die… sozialen Netzwerke. „Es werde Facebook!“, sprach er und er sah, dass es gut war.

Und tatsächlich. Die ersten findigen Personalverantwortlichen begannen die scheinbar unendlichen Ressourcen auszuloten.

Natürlich ist dieser Ansatz keineswegs gänzlich neu, nutzen doch seit geraumer Zeit Headhunter soziale Plattformen wie XING zur erfolgreichen Besetzung vakanter Stellen. Das Prinzip XING wird allerdings vornehmlich für gehobene Positionen, also für die Suche nach Führungskräften genutzt, da der Premium-Account kostenpflichtig ist und sich das kostenfreie Basis-Profil weitgehend banal und wenig aussagekräftig darstellt.
Da aber nicht jeder Personalverantwortliche ausschließlich auf der Suche nach Führungskräften ist und der Arbeitsmarkt ja bekanntlich in der breiten Basis aus „normalen“ Jobs ohne Führungsverantwortung besteht, erweisen sich die Profile von Facebook & Co. als aufschlussreiche Indikatoren. Zum einen kann gezielt nach Personen gesucht werden, die ihren Lebensmittelpunkt in unmittelbarer Nähe des suchenden Unternehmens haben. Zum anderen bieten die Profile einen interessanten Einblick in die Interessen und Verhaltensweisen des potentiellen Kandidaten.

Bei eingehender Betrachtung der Materie zeigt sich die Genialität des dahinterstehenden Prinzips. Die sozialen Netzwerke sind im Grunde genommen nichts anderes, als Bühnen zur allumfassenden Selbstpräsentation. Offenkundig ist auch, dass die sich selbst darstellenden Nutzer in aller Regel sehr freizügig mit der Veröffentlichung privater Angelegenheiten und Daten umgehen.

Natürlich hat diese Praxis zwei Seiten. Die Sichtung privater Daten zu einstellungsrelevanten Zwecken durch Personalmanager stellt für Unternehmen sicherlich eine Minimierung des Einstellungsrisikos dar. Für den arglosen Standard-Nutzer kann das aber auch zum Fallstrick werden. Soziale Profile geben enorm viel von der Persönlichkeitsstruktur preis. Derjenige, der vorrangig Partybilder postet, ist für den seriösen Bankjob vermutlich eher ungeeignet. Auch die verbale Ausdrucksfähigkeit und Beherrschung von Orthographie und Grammatik werden völlig nackt (und bei manchem extrem hässlich) zur öffentlichen Begutachtung freigegeben. Diese Erkenntnis ist für den Arbeitgeber sicherlich von Nutzen, für den potentiellen Kandidaten kann das unter Umständen aber ins metaphorische Auge gehen. Insbesondere, wenn die ‚Überprüfung‘ nicht im Zuge einer Kaltakquise durch den Arbeitgeber erfolgt, sondern als Datencheck infolge einer Initiativ-Bewerbung auf einen vermeintlichen Traumjob fungiert.

Insgesamt sollten wir alle uns angewöhnen, sorgsamer mit dem umzugehen, was wir öffentlich ins Netz stellen. Dabei geht es nicht nur unpersönliche Daten, sondern auch um Bilder und die Art, wie wir uns selbst in der Öffentlichkeit darstellen. Soziale Netzwerke sind eben doch mehr, als nur Klatsch- und Tratschplattformen. Unter Umständen kann ein Sozialprofil der Einstieg in den Traumberuf sein.

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