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Die virtuelle Hinterlassenschaft

Was passiert eigentlich, wenn ein Mensch stirbt? Nun ja, man weiß es nicht so genau… Erklärungsversuche gibt es viele, eine zufriedenstellende Antwort gibt es nicht. Aber keine Angst, wir wollen hier nicht über ein eventuelles Leben nach dem Tod philosophieren. Fakt ist aber eines: der Mensch ist nicht mehr da. Was aber sehr wohl noch da ist, sind seine Hinterlassenschaften. Zumindest das, was mit dem weltlichen Hab und Gut passieren soll, wird mehr oder weniger eindeutig durch das geltende Erbrecht geregelt.

Was passiert aber mit dem digitalen Nachlass? Was ist mit all den Accounts in all den sozialen Netzwerken? Was geschieht mit den diversen Email-Konten und Anmeldungen bei Online-Auktionshäusern oder Internet-Shops, die ein Mensch im Laufe seines Web-Lebens mehr oder weniger willkürlich erstellt?

Hier liegt, wie man so schön sagt, der Hase gern im Pfeffer. (Wenngleich zu bezweifeln ist, ob Hasen wirklich gern im Pfeffer liegen…) Die Problematik offenbart sich aber dem geneigten Leser dennoch: Der Mensch ist tot, seine virtuelle Präsenz dümpelt aber weiter vor sich hin.

Doch auch, wenn das Vermächtnis so wesentlicher geistiger Ergüsse auf Facebook und Co., wie „…guckt mal, was ich gerade esse…“, wahrscheinlich urheberrechtlich keine kulturelle Relevanz besitzt, so wird doch eine Account-Löschung für den Nachlassempfänger schnell zum größeren, um nicht zu sagen unlösbaren Problem. Denn in aller Regel hat der Verstorbene zwar Konten und Inhalte, nicht aber Passworte oder sonstige Zugangsdaten hinterlassen. Und genau das sind nun mal die Dinge, die man für eine entsprechende Löschung benötigt…

Leider machen die Anbieter dem Erben das Leben eher schwer. So fordert beispielsweise Facebook für die Löschung eines Profils die Vorlage von Geburts- UND Sterbeurkunde des Verstorbenen. Hat man beides vorgelegt, so wird das Konto nicht eliminiert, sondern in einen sogenannten Gedenkzustand versetzt, der zwar das Hinterlassen von Posts auf dem betreffenden Profil unmöglich macht, das Profil bleibt aber dennoch einsehbar. Nur der, der (zusätzlich zu den erschwerten Abmeldebedingungen) nachweisen kann, dass er ein unmittelbarer Familienangehöriger ist, kann eine endgültige Account-Löschung beantragen. Komplizierter geht es kaum noch.

Umso schwieriger wird die Situation, wenn das Profil eines geliebten Menschen noch wochenlang nach seinem Tod immer und immer wieder auftaucht und den Verlust zusätzlich erschwert…

Doch während die üblichen sozialen Netzwerke dem Erben zwar das Leben schwer machen, aber keinen anderweitigen Schaden anrichten, so kann es bei anderen Anbietern schnell zu finanziellen Folgen führen, wenn eine unmittelbare Konten-Deaktivierung nicht umgehend erledigt werden kann. Die Rede ist hier z.B. von laufenden ebay-Auktionen, Bestellungen in Online-Shops, App-Abonnements oder kostenpflichten Email-Konten oder Accounts bei Kontaktbörsen u.dgl.

Wenige Anbieter bieten eine Klärungsmöglichkeit im Vorfeld. Bei Google gibt es beispielsweise einen sogenannten Konten-Inaktivitätsmanager, der bei sinnvoller Konfiguration entsprechende Schritte und Möglichkeiten in die Wege leitet.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) hat reagiert und eine Initiative ins Leben gerufen. „Macht’s gut“ zeigt Ansätze auf, wie man bereits zu Lebzeiten mit seiner virtuellen Präsenz umgehen sollte, um Schwierigkeiten im Todesfall zu minimieren. Unter www. machts-gut.de kann man sich kostenlos informieren.

Sie glauben, die Thematik ist reine Panikmache? So scheint es vielleicht. Doch der Blick in die Statistik macht das volle Ausmaß des Problems bewusst, stirbt doch im Schnitt allein in Deutschland alle drei Minuten ein Facebook-Nutzer. Keiner hinterlässt, was mit seinem Account nach seinem Tod geschehen soll.

Seien wir doch mal alle ganz ehrlich: Jeder von uns schleppt eine ganze Menge digitalen Ballast mit sich herum. Und kaum jemand macht sich zu Lebzeiten Gedanken darum, was mit diesem Ballast nach seinem eigenen Ableben passieren soll. Das Problem betrifft uns also alle.

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